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Westfälische Nachrichten - Ersch.-Ort: Warendorf
7.11.2009
Ein offenes Haus
Warendorf. Einer hatte es wohl kaum noch erwarten können: Von 2006 an hat Josef Kiffmeier mitverfolgt, wie zwischen Emspromenade und Badestraße ein Wohnheim für Senioren geplant wurde. Den dicken Ordner mit allen Fotos aus drei Jahren Entwicklung und Bau überreichte Kiffmeier gestern bei der offiziellen Eröffnung des Seniorenwohnheims Martin Schenk von der Betreibergesellschaft Hansa.
Kiffmeier war der erste Bewohner, der am 15. Oktober an der Emspromenade eingezogen war - und er fühlt sich wohl: Die Eröffnungsfeier begleiteten er und der Männergesangsverein Lyra, dem er angehört, musikalisch. Der katholische Pfarrer Dr. Franz-Josef Backhaus weihte die Wohnanlage gemeinsam mit seinem evangelischen Amtskollegen Dr. Uwe Gryczan ein.
Zufriedenheit über den Abschluss der Bauarbeiten äußerten auch die Offiziellen. Über den reibungslosen Ablauf freute sich Dr. Christian Lingg, Geschäftsführer der Immobilien-Firma „CM“ aus Münster. Für Heimleiter Andreas Rieger hatte er ein ungewöhnliches Geschenk mitgebracht: eine Vase - „ich hab fest damit gerechnet, dass jemand Blumen mitbringt“, sagte er und behielt Recht.
Erfreut zeigte sich auch Bürgermeister Jochen Walter, der an die erste Anfrage an die Stadt aus dem Jahr 2002 erinnerte. Zuletzt sei jedoch alles sehr schnell gegangen, „weil dieses Projekt einen Gewinn für unsere Stadt darstellt“. Das Wohnheim im Zentrum beantworte zufriedenstellend die Fragen, die der demografische Wandel mit sich bringe.
Martin Schenk von der „Hansa“ (Verwaltung) wünschte sich dementsprechend, „dass das Haus offen bleibt“ - so wie am Fettmarkt-Mittwoch, als sich 2000 Besucher durch die Flure des Neubaus drängten. Daher habe das Wohnheim schon erste Kontakte zu Warendorfer Vereinen geknüpft, wie Unternehmenssprecher Bodo Barwig erläuterte. Die Kooperationen sollen in Veranstaltungen münden, bei denen Menschen jedes Alters ins Haus strömen - denn die Senioren sollen nicht unter sich bleiben.
Im deutschlandweit 19. Wohnheim der Hansa-Gesellschaft sollen sich die Bewohner in neun Seniorenwohnungen sowie 58 Einzel- und elf Doppelzimmern wohl fühlen. Daher können die Bewohner auch ihre Haustiere mitbringen, wie Barwing sagte. Für viele Menschen sei der Einzug in ein Seniorenwohnheim auch deshalb ein so schwerer Schritt, weil sie mit ihren Haustieren oftmals ihre letzen Wegbegleiter verlieren.
Fotos zum Artikel
Warendorf - Seniorenheim